Studiengebühren: An der Realität vorbei

Der bayerische Wissenschaftsminister Goppel konstatiert bezüglich der geplanten Einführung von Studiengebühren:

Die Chancengleichheit der Kommilitonen wird durch die Einführung von Studiengebühren nicht gefährdet, Die Betroffenen müssen lediglich jeden Monat für 100 Euro auf etwas verzichten oder zwei Nachhilfestunden geben.

Da hat der Geldsegen den einem das Politikerdasein beschert wohl des Ministers Blick auf die Realität getrübt. In München kostet eine Wohnung um die 500 Euro im Monat ohne Nebenkosten. Für Studierende, die nicht bei Ihren Eltern wohnen können, bedeutet dies schon eine massive finanzielle Belastung und Wohnheimplätze sind so knapp, dass das Studentenwerk zu jedem Semesterbeginn händeringend die Vermieter auffordert, preiswerten Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Kommen nun noch Studiengebühren hinzu muss ein durchschnittlicher Studierender in Zeiten in denen auch die Jobs knapp, schon lange sozailabgabenpflichtig und längst nicht mehr so gut bezahlt sind wie noch vor einigen Jahren schon ziemlich viel arbeiten, um das Studium finanzieren zu können. Das dies nicht ohne Konsequenz für die Semesterzahl bleiben kann ist klar, mit der Einführung von Studiengebühren entstehen hierdurch noch zusätzliche Kosten. Die Aussicht, nach dem Abschluss eines Studiums in Deutschland momentan einen Job zu finden, sind auch nicht gerade rosig, so dass auch das Aufnehmen eines Studiendarlehens ein beträchtliches finazielles Risiko darstellt.
Ich für meinen Teil hätte große Schwierigkeiten gehabt mein Studium unter diesen Voraussetzungen zu realisieren, und das obwohl ich durchaus nicht aus einer armen Familie stamme.
Die Zweiklassenbildungslandschaft steht vor der Tür. Studieren wird nur noch, wer hauptberuflich Sohn/Tochter sein kann. Herr Goppel reiht sich nahtlos in das Trauerspiel ein, dessen erste Akte bzgl. des Schulsystems schon hervorragend durch Frau Hohlmeier ausgefüllt wurden. [via focus.de]

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