Studiengebühren kontrovers

Im Allgemeinen stehen die meisten Blog-Autoren der Einführung von Studiengebühren ablehnend gegenüber. Hier natürlich und auch hier, hier, hier (Eriador bringt das vielen drohende Unheil auf den Punkt), hier und hier. Mit "Landesweit gegen Studiengebühren" gibt es auch ein Weblog, das als Plattform für die Koordination landesweiter Protestaktionen dienen soll. Einige zustimmende Äußerungen habe ich auch gefunden, z.B. hier und hier und in den Kommentaren zu den hier verlinkten Artikeln. Hierzu nur soviel: Studiengebühren für Langzeitstudenten gibt es schon lange…

BVG macht Weg für Studiengebühren frei

Das Bundesverfassungsgericht hat am Mittwoch das bundesweite Verbot von Studiengebühren gekippt. Zur Begründung gaben die Richter an, dass das Bundesgesetz gegen die Gesetzgebungskompetenz der Bundesländer verstoße.

In Bayern ist jetzt der Weg frei für Studiengebühren möglichst schon ab dem kommenden Wintersemester, die etwa 500 Euro pro Semester betragen sollen. Gerade in München, wo es bei Weitem zu wenige Plätze in Studentenwohnheimen gibt und die Mieten horrende sind, werden sich dann viele das Studium einfach nicht mehr leisten können. Für mich als Promotionsstudent bedeutet dies ganz einfach die Exmatrikulation. Für viele andere wird sich die existenzielle Frage stellen, wie sie die Beendigung ihres Studiums finanziell stemmen sollen. Ob Herr Dr. Goppel sich das reiflich überlegt hat?

Sicherlich haben Studiengebühren auch positive Auswirkungen, z.B. die Abschreckung von Langzeitstudenten. Es drängt sich jedoch der Verdacht auf, dass das Ziel eher die Entwicklung einer Bildungselite ist. [via netzeitung]

Update: Das "Aktionsbündnis gegen Studiengebühren" legt Gegenargumente zur Einführung von Studiengebühren im sogenannten "Krefelder Aufruf" dar. [via heise]

Seid keusch und treibt keine Unzucht

…empfiehlt der Papst als einzig von der katholischen Kirche gebilligtes Mittel gegen Aids.

Wir akzeptieren den Gebrauch von Präservativen nicht, nicht einmal zur Lösung des Aidsproblems

,sagt ein Sprecher des Vatikans.

Da fällt mir echt nichts mehr ein. Wie kann eine Organisation mit unglaublichem Einfluss gerade bei den durch AIDS am meisten betroffenen Menschen in der 3. Welt, die Wahrheit aus ideologischen Gründen derart standhaft ignorieren. Nicht nur, dass dieser Standpunkt mit der vielgepredigten Nächstenliebe nicht zusammengeht, nebenbei wird ein weiteres globales Problem -die Überbevölkerung- und deren Folgen mit Nichtbeachtung gestraft.

Schön langsam muss ich echt ernsthaft über einen Austritt nachdenken. Bisher habe ich die Kirchensteuer immer als sinnvolle Unterstützung einer wohltätigen Organsisation angesehen. Der Glaube ist irgendwo auf dem Lebensweg liegengeblieben und war schon lange kein Grund mehr für's Katholischsein. Aber wenn die katholische Kirche nicht bald in der Gegenwart ankommt, dann ist eine Spende an z.B. Ärzte ohne Grenzen mit Sicherheit sinnvoller.