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Der Jamba Inzident

Etwas sehr interessantes passiert momentan in der deutschen Blogosphere. Angestossen durch einen Artikel auf Spreeblick, formiert sich Widerstand gegen die Überflutung der Privatsender im Allgemeinen und der Musiksender Viva und MTV im Speziellen durch Werbespots für Handyklingeltöne. Auch die Reaktion einzelner Jamba Mitarbeiter, die anonym den Verfasser des Artikels angegriffen haben, stößt auf massive Ablehnung. Interessant in diesem Zusammenhang ist auch, dass eine Suche nach Jamba bei google den Spreeblick Artikel bereits an 6. Stelle zu Tage fördert. In Anbetracht der Tatsache, dass dieser Artikel weiterhin große Aufmerksamkeit generiert, ist damit zu rechnen, dass er in der Liste noch weiter nach oben wandern wird. Glücklich schätzen können sich wohl die Jamba-Begründer, die das Unternehmen noch rechtzeitig und sicherlich gewinnbringend an Verisign veräußert haben. Eine offizielle Reaktion von Versign habe ich bisher nicht finden können.
Unter http://votenow.cell5.com/ wurde eine Unterschriftenaktion gegen die massive Bewerbung der Klingeltöne bei MTV und Viva ins Leben gerufen.

Einen interessanten Kommentar zu diesem Vorfall kann man bei _notizen aus der provinz nachlesen. Dort findet sich auch eine Zusammenfassung weiterer Links zum Thema.
Dieser Vorfall zeigt für mich vor allem Eines auf: Viele Unternehmen haben die Macht der Konsumenten bisher unterschätzt. Die Möglichkeiten für Konsumenten, sich gegen gewisse Geschäftspraktiken zu wehren, waren bisher auch eher beschränkt. Das Internet jedoch und vor allem die Vielzahl einander gegenseitig zitierender Weblog-Autoren, können ein Thema relativ schnell ins öffentliche Interesse rücken und somit problematisch für ein Unternehmen werden lassen. Wenn das betroffene Unternehmen dann noch in einer Art und Weise reagiert, die zwar dem Medium Blog gerecht wird, jedoch ungeschickt in ihrer Durchführung wirkt, bekommt die Protestwelle dadurch noch weiteren Auftrieb.
Es bleibt zu hoffen, dass diese Geschichte mit einem Erfolg auf Seiten der Konsumenten endet, die Anzahl der geschalteten Werbespots auf ein erträgliches Maß begrenzt wird, und die Privatseder verstehen, dass man den Kunden nicht unreflektiert jedweden Blödsinn zumuten kann, nur weil sich damit auf den ersten Blick viel Geld verdienen läßt. Ich jedenfalls habe keine Lust mehr, mich weiterhin diesem Stumpfsinn auszusetzen und bezahle lieber ein paar Euro in der Videothek für einen Film ganz ohne Werbeunterbrechung.

SPAM jetzt auch im Fernsehen

Habt Ihr in letzter Zeit mal Vormittags oder Abends den Fernseher angeschaltet und Euch irgendeinen Privatsender angetan? Inzwischen wird man in jeder Werbeunterbrechung von einer Abfolge von völlig hirnlosen Werbespots für Handy-Klingeltöne und Handy-Spiele bombardiert. Abends wird dieser Wahnsinn dann noch aufgelockert, durch Spots für Sex-Hotlines. Ganz abgesehen davon, dass dieses Bombardement jedem halbwegs intelligenten Menschen Kopfschmerzen verursacht, finde ich einen anderen Aspekt wirklich fragwürdig und alarmierend.
Diese Angebote fixen den Konsumenten mit einem billigen Angebot an, man bestellt aber eigentlich ein Abo. Die massive Ausstrahlung am Vormittag zeigt auch die gewünschte Zielgruppe: Kinder und Jugendliche. Wenn man überlegt, was ein einzelner Klingelton kostet, kann man sich damit einen ordentlichen Schuldenberg einhandeln. Die Hauptsache hier scheint zu sein, ohne Rücksicht auf Verluste und auf Kosten von eingeschränkt geschäftsfähigen Konsumenten möglichst viel Geld zu verdienen. Zum Glück habe ich keine Kinder. Mehr zu diesem Thema bei IT&W und xonio