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Journalistik?

Ich habe gerade diesen Artikel [via Schockwellenreiter] gelesen, und möchte hier mal was klarstellen:

Nein, wir sind keine Journalisten und wir möchten auch keine sein.
Die Texte die hier der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sind subjektiv und spiegeln allein die Haltung des jeweiligen Autors wieder. Hier geht es weder um Objektivität noch um Wahrheit, sondern um unsere Sicht der Dinge, geprägt durch unsere momentane Stimmung, unsere politische Einstellung, unsere Interessenlage etc. Nebenbei bemerkt bemühen wir uns natürlich, trotzdem keine Unwahrheiten zu verbreiten.

Ich bekomme langsam den Eindruck, dass die Angst umgeht bei den professionellen Journalisten. Immer wieder wird das Thema Weblogs von den klassischen Medien aufgegriffen, und auf die Gefahren hingewiesen, die das Veröffentlichen von Information ohne zwischengeschaltete Kontrollinstanz mit sich bringe. Im Gegensatz könne man sich auf die Veröffentlichungen der klassischen Medien verlassen, da hier eine redaktionelle Kontrolle stattfinde. Jeder weiß, dass auch in den klassischen Medien die Berichterstattung nicht immer objektiv ist, und zum Beispiel stark von der politischen Ausrichtung des Verlags abhängt. Bestes Beispiel ist hier die Bild (bewußt kein Link) als Sprachrohr des Axel-Springer-Verlages.

Weblogs sind praktizierte Meinungsfreiheit, und haben somit in einer Demokratie wie unserer unbedingt ihre Daseinsberechtigung. Eine Gefahr die von dieser Form der Meinungsäußerung ausgehen soll kann ich nicht entdecken. Wohl aber die unbequeme Notwendigkeit für Politik, Wirtschaft und Presse sich an ein neues Medium zu gewöhnen, in dem die Meinung "kleiner Leute" große Wirkung entfalten kann.

BVG macht Weg für Studiengebühren frei

Das Bundesverfassungsgericht hat am Mittwoch das bundesweite Verbot von Studiengebühren gekippt. Zur Begründung gaben die Richter an, dass das Bundesgesetz gegen die Gesetzgebungskompetenz der Bundesländer verstoße.

In Bayern ist jetzt der Weg frei für Studiengebühren möglichst schon ab dem kommenden Wintersemester, die etwa 500 Euro pro Semester betragen sollen. Gerade in München, wo es bei Weitem zu wenige Plätze in Studentenwohnheimen gibt und die Mieten horrende sind, werden sich dann viele das Studium einfach nicht mehr leisten können. Für mich als Promotionsstudent bedeutet dies ganz einfach die Exmatrikulation. Für viele andere wird sich die existenzielle Frage stellen, wie sie die Beendigung ihres Studiums finanziell stemmen sollen. Ob Herr Dr. Goppel sich das reiflich überlegt hat?

Sicherlich haben Studiengebühren auch positive Auswirkungen, z.B. die Abschreckung von Langzeitstudenten. Es drängt sich jedoch der Verdacht auf, dass das Ziel eher die Entwicklung einer Bildungselite ist. [via netzeitung]

Update: Das "Aktionsbündnis gegen Studiengebühren" legt Gegenargumente zur Einführung von Studiengebühren im sogenannten "Krefelder Aufruf" dar. [via heise]

Planetopia Bombing

Planetopia konstatiert:

"Weblogs", auch Blogs genannt, sind selbstverfasste Tagebücher im Internet. Blogger
beichten Intimes, reden über Alltagsprobleme oder berichten über
Weltgeschehnisse wie die Flut in Südasien. Alles geschieht frei nach
dem Prinzip: Einer schreibt – viele lesen. Das Dumme dabei: Niemand
kontrolliert, ob es auch stimmt. Und weil sich per Mausklick die
Informationen schnell und weltweit millionenfach verbreiten, können
solche Weblogs auch schnell Falschmeldungen in Umlauf bringen.

Stimmt, aber wer kontrolliert, ob die Berichterstattung der Privatsender objektiv ist und der Wahrheit entspricht? Der Bericht erweckt den Anschein einer Handreichung für einen zahlungskräftigen Werbekunden. Weil ein Blogger nach Planetopias Definition per se gefährlich ist, entspreche ich gerne diesem Vorurteil, und das geht so:

Planetopia lügt!

…und schon steht der Schockwellenreiter beim googeln nach "Planetopia" auf Platz 4 ;-).