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Geldstrafen für Spammer

Im Rahmen der Änderung des Teledienstegesetzes soll Spammen mit "wirksamen Bußgeldern" belegt werden.

Verboten ist das Verschicken von Spam-Mails schon seit In-Kraft-Treten des Gesetzes gegen unlauteren Wettbewerb [UWG] im Juli 2004. Mit der Änderung des Teledienstgesetzes soll nun auch ein Sanktionskatalog eingeführt werden. Damit werde das Geschäftsmodell der Spam-Versender deutlich erschwert, betonte Höfken.

Vielleicht hilft es ja was. ich bin da aber eher pessimistisch. [via futurezone]

Planetopia Bombing

Planetopia konstatiert:

"Weblogs", auch Blogs genannt, sind selbstverfasste Tagebücher im Internet. Blogger
beichten Intimes, reden über Alltagsprobleme oder berichten über
Weltgeschehnisse wie die Flut in Südasien. Alles geschieht frei nach
dem Prinzip: Einer schreibt – viele lesen. Das Dumme dabei: Niemand
kontrolliert, ob es auch stimmt. Und weil sich per Mausklick die
Informationen schnell und weltweit millionenfach verbreiten, können
solche Weblogs auch schnell Falschmeldungen in Umlauf bringen.

Stimmt, aber wer kontrolliert, ob die Berichterstattung der Privatsender objektiv ist und der Wahrheit entspricht? Der Bericht erweckt den Anschein einer Handreichung für einen zahlungskräftigen Werbekunden. Weil ein Blogger nach Planetopias Definition per se gefährlich ist, entspreche ich gerne diesem Vorurteil, und das geht so:

Planetopia lügt!

…und schon steht der Schockwellenreiter beim googeln nach "Planetopia" auf Platz 4 ;-).

Der Jamba Inzident

Etwas sehr interessantes passiert momentan in der deutschen Blogosphere. Angestossen durch einen Artikel auf Spreeblick, formiert sich Widerstand gegen die Überflutung der Privatsender im Allgemeinen und der Musiksender Viva und MTV im Speziellen durch Werbespots für Handyklingeltöne. Auch die Reaktion einzelner Jamba Mitarbeiter, die anonym den Verfasser des Artikels angegriffen haben, stößt auf massive Ablehnung. Interessant in diesem Zusammenhang ist auch, dass eine Suche nach Jamba bei google den Spreeblick Artikel bereits an 6. Stelle zu Tage fördert. In Anbetracht der Tatsache, dass dieser Artikel weiterhin große Aufmerksamkeit generiert, ist damit zu rechnen, dass er in der Liste noch weiter nach oben wandern wird. Glücklich schätzen können sich wohl die Jamba-Begründer, die das Unternehmen noch rechtzeitig und sicherlich gewinnbringend an Verisign veräußert haben. Eine offizielle Reaktion von Versign habe ich bisher nicht finden können.
Unter http://votenow.cell5.com/ wurde eine Unterschriftenaktion gegen die massive Bewerbung der Klingeltöne bei MTV und Viva ins Leben gerufen.

Einen interessanten Kommentar zu diesem Vorfall kann man bei _notizen aus der provinz nachlesen. Dort findet sich auch eine Zusammenfassung weiterer Links zum Thema.
Dieser Vorfall zeigt für mich vor allem Eines auf: Viele Unternehmen haben die Macht der Konsumenten bisher unterschätzt. Die Möglichkeiten für Konsumenten, sich gegen gewisse Geschäftspraktiken zu wehren, waren bisher auch eher beschränkt. Das Internet jedoch und vor allem die Vielzahl einander gegenseitig zitierender Weblog-Autoren, können ein Thema relativ schnell ins öffentliche Interesse rücken und somit problematisch für ein Unternehmen werden lassen. Wenn das betroffene Unternehmen dann noch in einer Art und Weise reagiert, die zwar dem Medium Blog gerecht wird, jedoch ungeschickt in ihrer Durchführung wirkt, bekommt die Protestwelle dadurch noch weiteren Auftrieb.
Es bleibt zu hoffen, dass diese Geschichte mit einem Erfolg auf Seiten der Konsumenten endet, die Anzahl der geschalteten Werbespots auf ein erträgliches Maß begrenzt wird, und die Privatseder verstehen, dass man den Kunden nicht unreflektiert jedweden Blödsinn zumuten kann, nur weil sich damit auf den ersten Blick viel Geld verdienen läßt. Ich jedenfalls habe keine Lust mehr, mich weiterhin diesem Stumpfsinn auszusetzen und bezahle lieber ein paar Euro in der Videothek für einen Film ganz ohne Werbeunterbrechung.