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tunespoon.tv: Alternative Musikvideos

Ich habe seit Jahren kein MTV oder VIVA mehr gesehen, weil ich das immergleiche Mainstream-Gedöns nicht mehr ertragen kann. tunespoon.tv bietet alternative Musikvideos als Videostream. Nicht alles gut, aber immerhin meistens interessant. [via plasticthinking]

Update: tunespoon.tv hat die Betaphase abgeschlossen. Seit heute 14.00 gibt es neue interaktive Features. Die Clips werden jetzt nicht mehr zufällig ausgewählt sondern sind in Programmblöcken organisiert. Schade nur, dass man als Linux-User die erweiterte Funktionalität nicht nützen kann.

Echte Betroffenheit?

IT&W berichtet heute, dass die aktuellen Lieder der Band Juli "Die perfekte Welle" aber auch "Geile Zeit" auf vielen Radiosendern momentan aufgrund der Flutkastastrophe in Asien nicht mehr gespielt werden, weil es geschmacklos sei, diese Titel nach den Schreckensnachrichten aus dem Katastrophengebiet aufzulegen. Wenn man sich überlegt wieviele musikalische "Heile Weilt" Botschaften einem täglich per Radio um die Ohren geblasen werden, fragt man sich warum es gerade diese Songs getroffen hat. Ich werde den Eindruck jedenfalls nicht los, dass da auch die Musikindustrie ihre Finger im Spiel hat. Traurig für Juli und traurig, dass ein wirklich gutes Lied, in dem es -nebenbei bemerkt- nicht mal um Wasser geht nun nicht mehr zu hören ist.
Update:
Wie news.yahoo.de berichtet unterstützt Juli den Entschluss der Medien "Die perfekte Welle" vorerst nicht mehr zu spielen. Das nenne ich echte Medien-Konformität.

Der Jamba Inzident

Etwas sehr interessantes passiert momentan in der deutschen Blogosphere. Angestossen durch einen Artikel auf Spreeblick, formiert sich Widerstand gegen die Überflutung der Privatsender im Allgemeinen und der Musiksender Viva und MTV im Speziellen durch Werbespots für Handyklingeltöne. Auch die Reaktion einzelner Jamba Mitarbeiter, die anonym den Verfasser des Artikels angegriffen haben, stößt auf massive Ablehnung. Interessant in diesem Zusammenhang ist auch, dass eine Suche nach Jamba bei google den Spreeblick Artikel bereits an 6. Stelle zu Tage fördert. In Anbetracht der Tatsache, dass dieser Artikel weiterhin große Aufmerksamkeit generiert, ist damit zu rechnen, dass er in der Liste noch weiter nach oben wandern wird. Glücklich schätzen können sich wohl die Jamba-Begründer, die das Unternehmen noch rechtzeitig und sicherlich gewinnbringend an Verisign veräußert haben. Eine offizielle Reaktion von Versign habe ich bisher nicht finden können.
Unter http://votenow.cell5.com/ wurde eine Unterschriftenaktion gegen die massive Bewerbung der Klingeltöne bei MTV und Viva ins Leben gerufen.

Einen interessanten Kommentar zu diesem Vorfall kann man bei _notizen aus der provinz nachlesen. Dort findet sich auch eine Zusammenfassung weiterer Links zum Thema.
Dieser Vorfall zeigt für mich vor allem Eines auf: Viele Unternehmen haben die Macht der Konsumenten bisher unterschätzt. Die Möglichkeiten für Konsumenten, sich gegen gewisse Geschäftspraktiken zu wehren, waren bisher auch eher beschränkt. Das Internet jedoch und vor allem die Vielzahl einander gegenseitig zitierender Weblog-Autoren, können ein Thema relativ schnell ins öffentliche Interesse rücken und somit problematisch für ein Unternehmen werden lassen. Wenn das betroffene Unternehmen dann noch in einer Art und Weise reagiert, die zwar dem Medium Blog gerecht wird, jedoch ungeschickt in ihrer Durchführung wirkt, bekommt die Protestwelle dadurch noch weiteren Auftrieb.
Es bleibt zu hoffen, dass diese Geschichte mit einem Erfolg auf Seiten der Konsumenten endet, die Anzahl der geschalteten Werbespots auf ein erträgliches Maß begrenzt wird, und die Privatseder verstehen, dass man den Kunden nicht unreflektiert jedweden Blödsinn zumuten kann, nur weil sich damit auf den ersten Blick viel Geld verdienen läßt. Ich jedenfalls habe keine Lust mehr, mich weiterhin diesem Stumpfsinn auszusetzen und bezahle lieber ein paar Euro in der Videothek für einen Film ganz ohne Werbeunterbrechung.