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Zypries: Deutschland ist kein Überwachungsstaat

Telekommunikationsüberwachung und Vorratsdatenspeicherung

In einer namentlichen Abstimmung beschlossen die Abgeordneten das Gesetz zur Neuregelung der Telekommunikationsüberwachung (16/5846), mit dem auch eine EU-Richtlinie umgesetzt wird (Ergebnisliste der namentlichen Abstimmung). Telekommunikationsdienste sind ab 2008 verpflichtet, die Daten ihrer Kunden sechs Monate lang zu speichern. Festgehalten werden sollen Rufnummer sowie Beginn und Ende der Verbindung, Datum und Uhrzeit, bei Handy-Telefonaten und SMS auch der Standort des Benutzers.

Voraussetzung ist, dass die Behörden den Verdacht haben, dass jemand als Täter einer schweren Straftat in Frage kommt und die Erforschung der Tat auf andere Weise nur sehr schwer oder gar nicht möglich ist.

Gerne würde ich Frau Zypries glauben, aber man weiß ja auch: Gelegenheit macht Diebe.  Ein Staat, der sich wenig um das Briefgeheimnis schert, wird auch keine goßen Hemmungen haben unsere E-Mails zu lesen.

Links vom 13. Mai 2007 bis 17. Mai 2007

Phishing: Diesmal bei Kunden der Postbank

Bereits gestern hatte ich über Phishing-Mails berichtet, die sich an Kunden der Stadtsparkasse München richteten. Heute sind mal wieder die Kunden der Postbank dran. Der Aufbau der Mails entspricht den gestern versandten, von den ausgetauschten Graphiken abgesehen. Ich habe die betreffenden Mails bereits an die Postbank weitergeleitet.

Nochmals eine Warnung:
Es ist davon auszugehen, dass ein Geldinstitut seine Kunden NIEMALS per Mail zur Eingabe von PIN oder TANs auffordert. Mails mit solchen Aufforderungen sollten ignoriert und umgehend gelöscht werden. Im Anbetracht der Tatsache, dass momentan auch noch andere Methoden en vogue sind (Pharming, Keylogging), um an Kontodaten ahnungsloser Opfer zu kommen, sollte man nicht auf Links in dubiosen E-Mails klicken.

Speziell für Benutzer von Micro$oft-Produkten gilt: Regelmäßige Aktualisierungen von OS, Browser und vor Allem ein stets aktueller Virenscanner sind die einzig halbwegs zuverlässige Möglichkeit, sich vor Attacken auf die eigene Privatsphäre zu schützen.

EDIT:
Gerade habe ich diese Antwort der Postbank bekommen:
Phishing: Diesmal bei Kunden der Postbank weiterlesen

Telemarketing Gegenwehr

Jeder kennt diese nervigen Anrufe verschiedener Marktforschungsinstitute, bei denen man dann unentgeltlich reichlich Zeit opfern soll, um Fragen zu beantworten. Warum ich eine Leistung erbringen soll, ohne eine Gegenleistung zu bekommen, entzieht sich völlig meinem Verständnis. Nebenbei eröffnet man dabei Unbekannten einen Einblick in die eigene Privatsphäre.

Trotzdem ist es oft schwierig, die gut geschulten und nach einem ausgefeilten Konzept arbeitenden Anrufer abzuwimmeln. In Zukunft drehe ich einfach den Spieß um und löchere den Anrufer mit persönlichen Fragen. Damit man dabei nicht ins Stottern kommt, gibt es von egbd ein Skript (pdf, 35 KB) zur Anti-Telemarketing-Gegenwehr ;-).

[via werbeblogger]

Verlorenes Vertrauen

In unserer neuen Post-9/11-Welt streben weltweit die Regierungen der demokratischen Staaten unter dem Deckmantel des Schutzes derselben und deren Bürgern, die Durchdringung der Privatsphäre der Menschen an. Wissen ist Macht, das ist ja allgemein bekannt, und je mehr ein Staat über seine Bürger weiß, desto besser ist das Volk steuerbar. Nicht nur, dass sich viele Staaten von der Liberalität als eine wichtige Säule der Demokatie verabschieden stimmt mich nachdenklich, sondern auch dass unsere Regierung dem Volk, das sie immerhin als seine Vertretung gewählt hat, das Vertrauen entzieht. 2007 werden neue Reisepässe eingeführt, die auf einem Chip biometrische Daten enthalten. Auslesbar angeblich nur bei einer direkten Paßkontrolle, nicht aus größerer Entfernung, aber wer glaubt das schon. Die Kosten für die bessere Überwachbarkeit trägt dann übrigens der Überwachte selbst. Ein solcher Reisepass wird ca. 130 Euro kosten, viermalsoviel wie bisher.