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Seid keusch und treibt keine Unzucht

…empfiehlt der Papst als einzig von der katholischen Kirche gebilligtes Mittel gegen Aids.

Wir akzeptieren den Gebrauch von Präservativen nicht, nicht einmal zur Lösung des Aidsproblems

,sagt ein Sprecher des Vatikans.

Da fällt mir echt nichts mehr ein. Wie kann eine Organisation mit unglaublichem Einfluss gerade bei den durch AIDS am meisten betroffenen Menschen in der 3. Welt, die Wahrheit aus ideologischen Gründen derart standhaft ignorieren. Nicht nur, dass dieser Standpunkt mit der vielgepredigten Nächstenliebe nicht zusammengeht, nebenbei wird ein weiteres globales Problem -die Überbevölkerung- und deren Folgen mit Nichtbeachtung gestraft.

Schön langsam muss ich echt ernsthaft über einen Austritt nachdenken. Bisher habe ich die Kirchensteuer immer als sinnvolle Unterstützung einer wohltätigen Organsisation angesehen. Der Glaube ist irgendwo auf dem Lebensweg liegengeblieben und war schon lange kein Grund mehr für's Katholischsein. Aber wenn die katholische Kirche nicht bald in der Gegenwart ankommt, dann ist eine Spende an z.B. Ärzte ohne Grenzen mit Sicherheit sinnvoller.

In Europa gehen die Lichter aus. Ein Totentanz

Eine weitere Aufführung der aktuellen Produktion des Münchener Theater Sündenfall e.V „In Europa gehen die Lichter aus. Ein Totentanz“ findet am 23. und 24. Januar 2005 in Marburg statt.

Eine Uraufführung von Theater Sündenfall zum 90. Jahrestag des Ausbruchs des Ersten Weltkrieges: Der Weg in die Katastrophe, szenisch dargestellt mit Originaldokumenten. In Zusammenarbeit mit dem Seminar für Neuere Geschichte der Universität Marburg.

Sarajewo
(Photo: Louisa Summer)

Weitere Informationen zu dieser Aufführung gibt es hier. Ich kann einen Besuch dieser Aufführung wärmstens empfehlen. Es erwartet Euch eine -trotz des ernsten Themas- sehr unterhaltsame Inszenierung, Wissensgewinn inklusive.

Spiegel Online: Blogger heizen Jamba ein

Die Diskussion über die Werbespots der Klingeltonvermarkter Jamba und deren von vielen als zweifelhaft angesehenen Geschäftspraktiken, die auf Spreeblick begann und sich schnell über die deutsche Blogosphäre ausbreitete, ist nun auch von der Main-Stream-Presse aufgegriffen worden. Christian Stöcker schreibt bei Spiegel Online:

"Das
Unternehmen Jamba verdient viel Geld mit Klingeltönen und nervt mit
stakkatoartig wiederholten Miniwerbespots. Jetzt hat ein Berliner
unabsichtlich eine Lawine von Negativ-PR für Jamba ausgelöst – mit der
Hilfe der Blogger-Community.[]"

Subjektiv
habe ich das Gefühl, dass die Anzahl dieser Spots zumindest etwas
abgenommen hat, soweit man das beurteilen kann wenn man Fernsehen nur
über Hausantenne empfängt. Eventuell lesen doch schon mehr Großkonzerne
mit als angenommen.

Tageschau: Flutwelle: Augenzeugenberichte in Weblogs

Vor einer Woche verwüstete in Südasien ein Tsnuami weite Küstengebiete. Die Flut tötete mindestens 150.000 Menschen und vernichtete die Lebensgrundlagen von Millionen. In der Region herrscht vielerorts Chaos, die Helfer konnten noch nicht zu allen Bedürftigen vordringen. Weblogs tragen Augenzeugenberichte aus der Region zusammen. Sie zeichnen ein erschütterndes Bild von den Tagen nach der Katastrophe. tagesschau.de hat Weblog-Einträge aus dem Englischen übersetzt.

Der Jamba Inzident

Etwas sehr interessantes passiert momentan in der deutschen Blogosphere. Angestossen durch einen Artikel auf Spreeblick, formiert sich Widerstand gegen die Überflutung der Privatsender im Allgemeinen und der Musiksender Viva und MTV im Speziellen durch Werbespots für Handyklingeltöne. Auch die Reaktion einzelner Jamba Mitarbeiter, die anonym den Verfasser des Artikels angegriffen haben, stößt auf massive Ablehnung. Interessant in diesem Zusammenhang ist auch, dass eine Suche nach Jamba bei google den Spreeblick Artikel bereits an 6. Stelle zu Tage fördert. In Anbetracht der Tatsache, dass dieser Artikel weiterhin große Aufmerksamkeit generiert, ist damit zu rechnen, dass er in der Liste noch weiter nach oben wandern wird. Glücklich schätzen können sich wohl die Jamba-Begründer, die das Unternehmen noch rechtzeitig und sicherlich gewinnbringend an Verisign veräußert haben. Eine offizielle Reaktion von Versign habe ich bisher nicht finden können.
Unter http://votenow.cell5.com/ wurde eine Unterschriftenaktion gegen die massive Bewerbung der Klingeltöne bei MTV und Viva ins Leben gerufen.

Einen interessanten Kommentar zu diesem Vorfall kann man bei _notizen aus der provinz nachlesen. Dort findet sich auch eine Zusammenfassung weiterer Links zum Thema.
Dieser Vorfall zeigt für mich vor allem Eines auf: Viele Unternehmen haben die Macht der Konsumenten bisher unterschätzt. Die Möglichkeiten für Konsumenten, sich gegen gewisse Geschäftspraktiken zu wehren, waren bisher auch eher beschränkt. Das Internet jedoch und vor allem die Vielzahl einander gegenseitig zitierender Weblog-Autoren, können ein Thema relativ schnell ins öffentliche Interesse rücken und somit problematisch für ein Unternehmen werden lassen. Wenn das betroffene Unternehmen dann noch in einer Art und Weise reagiert, die zwar dem Medium Blog gerecht wird, jedoch ungeschickt in ihrer Durchführung wirkt, bekommt die Protestwelle dadurch noch weiteren Auftrieb.
Es bleibt zu hoffen, dass diese Geschichte mit einem Erfolg auf Seiten der Konsumenten endet, die Anzahl der geschalteten Werbespots auf ein erträgliches Maß begrenzt wird, und die Privatseder verstehen, dass man den Kunden nicht unreflektiert jedweden Blödsinn zumuten kann, nur weil sich damit auf den ersten Blick viel Geld verdienen läßt. Ich jedenfalls habe keine Lust mehr, mich weiterhin diesem Stumpfsinn auszusetzen und bezahle lieber ein paar Euro in der Videothek für einen Film ganz ohne Werbeunterbrechung.